Kreispokalendspiele der Jugend - eine Nachbetrachtung

Kreispokalendspiele der Jugend - eine Nachbetrachtung

von Uwe Scheifgen. Das Kreispokalendspiel der E-Junioren bestritten Blau-Weiß Oedekoven und der SC Fortuna Bonn. Oedekoven ging schnell mit 3 : 0 in Führung und sah bereits wie der sichere Sieger aus. Doch die Fortunen konnten das Spiel drehen und noch vor der Pause zum 3 : 3 ausgleichen. In der zweiten Hälfte ging die Partie hin und her. In der regulären Spielzeit konnte kein Sieger ermittelt werden, so dass sich die Zuschauer bei dieser spannenden Begegnung auf eine Verlängerung freuen konnten. Hier hatte Fortuna Bonn das bessere Ende für sich und konnte den Pokalsieg erringen.

Warum diese Nachbetrachtung?

Die anschließende Siegerehrung wurde durch den Kreisvorsitzenden und den kommissarischen Vorsitzenden des Jugendausschusses durchgeführt. Zunächst erhielten dabei die Spieler von Blau-Weiß Oedekoven die Medaillen für den errungenen zweiten Platz. Als sich die Spieler danach sofort abwandten und teilweise die ihnen umgehängten Medaillen abnahmen, fühlte man sich sehr an die Siegerehrung nach dem letzten DFB Pokal-Endspiel erinnert. Zum Glück war ein fairer und umsichtiger Betreuer der Mannschaft zur Stelle und beorderte die Mannschaft zurück, um dem Sieger bei dessen Ehrung den verdienten Respekt zu bekunden.

In den zahlreichen Vereinen an der Basis wird den Kindern und Jugendlichen auch ein fairer und respektvoller Umgang miteinander beigebracht. So wurden beispielsweise aus diesem Grund auch wieder die sogenannten Rituale vor und nach dem Spiel eingeführt. Der geschilderte Vorgang macht indes deutlich, dass dies alles verpufft, wenn die (vermeintlichen) Vorbilder der jungen Fußballer ihnen etwas anderes vorleben. Die Stars werden mit diesem Verhalten in keinster Weise ihrer Vorbildfunktion gerecht und sind sich nicht darüber im klaren, welchen Schaden sie damit anrichten.

Bleibt zu hoffen, dass aus dem Verhalten des Verlierers in Berlin Lehren und Konsequenzen gezogen werden. So sollte es doch möglich sein, beim DFB in das wahrscheinlich sehr detaillierte und minutiös geplante Durchführungskonzept auch die Rolle des Zweitplatzierten nach der Merdaillenübergabe festzuschreiben.

Eine noch vor wenigen Wochen selbverständliche Anweisung eines Jugendbetreuers ist nun heute angesichts des Geschilderten in einem etwas anderen Licht zu sehen. 

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