eFootball: Chance für Amateurvereine?

Nachdem der Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) Ende Januar mit seiner Umfrage zum Thema „eSports“ auf großes Interesse gestoßen war, organisierte der FVM Ende August den ersten eFootball-Tag in der Sportschule Hennef. Auf dem Programm standen Vorträge von Gastreferenten, eine Diskussionsrunde zum Thema Suchtprävention, intensive Workshopphasen sowie ein FIFA-Turnier.

eFootball: Chance für Amateurvereine?

Zum Auftakt der Veranstaltung gab Chuck Tholl, Referent des Instituts für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation der Deutschen Sporthochschule Köln, Einblicke in den aktuellen Forschungsstand. So gelte seiner Ansicht nach eSports trotz vieler gegensätzlicher Meinungen als Sportart. Voraussetzung für die Anerkennung von eSports als Sportart ist der Wettkampfcharakter zwischen Menschen. Als Risiko für eSportler schätzt Tholl die Computer-/Spielsucht, auch „Gaming Disorder“ genannt, ein. Er empfiehlt daher, sich bewusst mit dem Thema Suchtprävention auseinanderzusetzen. Tholl sieht eSports aber auch als große Chance für Fußballvereine, denn neben einem stetig wachsenden Markt und einer jungen Zielgruppe bietet sich die Verknüpfung von digitalem und analogem Sport stark an. So könnten Spielzüge, die auf der Konsole eingespielt wurden, anschließend draußen auf dem Platz trainiert werden. Den Teilnehmern gab Tholl außerdem noch einige Tipps für ein ausgewogenes eSports-Training mit: So sollen die Spieler Regenerations- und geregelte Spielzeiten stets einhalten. Ausreichend Schlaf und eine gesunde Ernährung sind ebenso wichtig, ganz wie bei einem „richtigen“ Sportler.

Aufgrund der Umfrageergebnisse vom Januar, bei denen knapp 94 Prozent der Teilnehmer die Meinung vertraten, dass Vereine mit eFootball-Angeboten suchtpräventiv tätig sein müssten, lud der FVM Kevin Niang, Sozialpädagoge des Median Gesundheitszentrums Köln in die Sportschule Hennef ein. Niang gab in seinem Vortrag wichtige Hinweise zum Thema Suchprävention und stand anschließend für einen aktiven Austausch mit den interessierten Teilnehmern zur Verfügung.

Der Schwerpunkt des Tages lag auf einer intensiven Workshopphase, bei der alle Teilnehmer in den konkreten Austausch zum Thema eFootball im Verein gingen.

Im Fokus der Arbeitsphase standen vier Fragen:

  1. Welche Chancen ergeben sich durch eFootball-Angebote für den Verein?
  2. Welche Herausforderungen kommen bei der Umsetzung auf Vereine zu?
  3. Wie könnte ein eFootball-Angebot im Verein konkret aussehen?
  4. Welche Unterstützung soll der Verband leisten?

Jede Arbeitsgruppe entschied sich am Ende des Tages für die drei aus ihrer Sicht wichtigsten Ergebnisse. Abschließend ging es dann an die Konsolen: Gesucht wurde der erste FVM-eFootball-Cup-Sieger. Im Modus 1vs1 auf der Playstation siegte am Ende Janis Trilling, der hochverdient mit zwölf Punkten aus vier Spielen den Titel mit nach Hause nahm.

Für den FVM gilt es nun die aus der Veranstaltung gewonnenen Erkenntnisse intern zu diskutieren und zu prüfen, inwieweit das Thema eFootball in die Arbeit eines Fußball-Verbandes integriert werden kann und soll. Die Ergebnisse des FVM-eFootball-Tages bieten dafür eine sehr gute Grundlage.

Die Ergebnisse im Überblick:

Welche Chancen ergeben sich durch eFootball-Angebote für den Verein?

  1. Mitgliedergewinnung (36%)
  2. Mitgliederbindung (27%)
  3. Öffentlichkeitsarbeit und das Verbinden des „Zockens“ und des Sports (jeweils 11%)

Welche Herausforderungen kommen bei der Umsetzung auf Vereine zu?

  1. Rechtliche Unsicherheiten in Bezug auf die Gemeinnützigkeit (27%)
  2. Finanzen und Infrastruktur (jeweils 19%)
  3. Vorurteile (12%)

Wie könnte ein eFootball-Angebot im Verein konkret aussehen?

  1. Turnierorganisation (27%)
  2. Training und Tag der offenen Tür (13%)
  3. Aufbau einer Mannschaft (10%)

Welche Unterstützung soll der Verband leisten?

  1. Liga-und-Turnier-System-Angebote (35%)
  2. Aus- und Weiterbildungsangebote (22%)
  3. Lobbyarbeit und Begleitung der Vereine (11%)

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